US-Kita kauft Erzieherinnen Häuser statt höherer Gehälter
Eine Kita in Connecticut fand heraus: Keine ihrer Erzieherinnen besaß ein eigenes Zuhause.

Eric Gil pendelte jeden Tag eine Stunde nach New Haven im US-Bundesstaat Connecticut. Sein Gehalt als angehender Erzieher lag bei rund 31.000 Dollar im Jahr, eine Einzimmerwohnung in der Stadt kostete im Schnitt 2.100 Dollar Miete im Monat. Eine eigene Wohnung war damit außer Reichweite.
Fachkräftemangel durch schlechte Bezahlung ist kein amerikanisches Sonderproblem. Überall dort, wo Mieten schneller steigen als Erziehergehälter, verlassen Fachkräfte den Beruf, und offene Stellen bleiben unbesetzt.
Beim Kita-Träger Friends Center for Children fiel das 2020 auf: Bei einer Befragung besaß keine einzige Mitarbeiterin ein eigenes Zuhause, manche übernachteten wechselnd bei Bekannten. Statt die Gehälter zu erhöhen, was höhere Gebühren für die Familien bedeutet hätte, kaufte die Einrichtung Häuser. Sechs Gebäude mit zwölf Wohnungen gehören dem Träger inzwischen, fünf weitere Doppelhaushälften bauten Architekturstudierende der Universität Yale dazu. Ein Dutzend Erzieherinnen und Erzieher wohnt heute mietfrei, bis 2028 sollen es 24 werden, fast ein Drittel der Belegschaft.
Drei weitere US-Städte haben das Modell inzwischen übernommen, darunter Battle Creek in Michigan und St. Louis in Missouri.
Auch Gil zog in eines der Yale-Häuser. Er leitet inzwischen die Betreuung der Kleinsten und sagt, ohne das Wohnprogramm wüsste er nicht, ob er noch in dem Beruf wäre.
Belegt durch
- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Reasons to be Cheerful.
- KI-generierte Illustration. Zeigt nicht den Ort der Geschichte.