Manchester verweigert Palantir Zugriff auf Patientendaten
Greater Manchester hält seine Patientendaten von der Analysesoftware fern, die Investor Peter Thiels Firma Palantir dem Rest Englands liefert.
In England reicht ein Arztbesuch, damit persönliche Gesundheitsdaten in einem zentralen System landen. Über einen Vertrag mit dem staatlichen Gesundheitsdienst NHS verarbeitet die Software des US-Unternehmens Palantir inzwischen die Daten von Millionen Patientinnen und Patienten, Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien eingeschlossen.
Palantir wurde 2003 von einer Gruppe um den Tech-Investor Peter Thiel gegründet und ursprünglich für Militär- und Geheimdienstanalysen entwickelt. Genau das macht Datenschützern Sorgen: Eine Firma mit Wurzeln in der Überwachungsindustrie verwaltet nun sensible Krankenakten.
Die Gesundheitsregion Greater Manchester, mit rund 2,8 Millionen Einwohnern eine der größten Englands, macht davon eine Ausnahme. Sie hat sich gegen den Anschluss an die Palantir-Plattform entschieden und betreibt ihr eigenes Datensystem weiter. Wer in Manchester zum Arzt geht, dessen Akte bleibt außerhalb der zentralen Analyse-Software.
Für die übrigen Regionen Englands gilt der Anschluss inzwischen als Standard. Manchester beweist, dass eine einzelne Region innerhalb eines nationalen Gesundheitssystems einen eigenen, strengeren Kurs beim Datenschutz fahren kann, ohne dass die Versorgung darunter leidet.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„2,8 Millionen Patientenakten bleiben außen vor: Manchester sagt Nein"
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus gesundheit
HPV-Impfung eliminiert fast Gebärmutterhalskrebs
Erstmals starb in England keine Frau unter 30 an Gebärmutterhalskrebs – die Impfung rettet Leben.
124 Millionen Haushalte in Indien haben jetzt Leitungswasser
In sechs Jahren stieg der Anteil ländlicher Haushalte mit Wasseranschluss in Indien von 17 auf über 80 Prozent.
Guinea-Wurm-Fälle auf historischem Tief: Nur 10 Infektionen 2025
Die parasitäre Krankheit steht kurz vor der Ausrottung – ein Meilenstein der globalen Gesundheit.