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Vietnam-Fasan kehrt nach 20 Jahren in die Wildnis zurück

20 in Europa gezüchtete Fasane werden in Vietnam ausgewildert – ein Meilenstein für Artenschutz

Über zwei Jahrzehnte galt der Vietnam-Fasan in den Wäldern Zentralvietnams als verschollen – nun kehrt er zurück. Ein internationales Bündnis aus Zoos, Naturschutzorganisationen und vietnamesischen Partnern hat 20 Tiere aus europäischen Zuchtprogrammen nach Vietnam gebracht. Die Vögel wurden in Berlin auf ihren Transport vorbereitet und Mitte Mai per Frachtflugzeug in speziell entwickelten Boxen nach Vietnam geflogen. Jeder einzelne Fasan wurde nach genetischer Vielfalt, Gesundheit und Verhalten ausgewählt, um die bestmögliche Grundlage für eine neue Wildpopulation zu schaffen.

Der Vietnam-Fasan, dessen Männchen ein tiefdunkelblaues Gefieder mit metallischem Schimmer und leuchtend rote Gesichtshaut besitzt, ist ein Symbol für die verlorene Biodiversität der Region. Sein Verschwinden hat mehrere Ursachen: Lebensraumverlust durch Landwirtschaft, illegale Jagd und die ökologischen Folgen des Vietnamkriegs, der weite Waldflächen zerstörte. Dass die Art überhaupt noch existiert, verdankt sie einer kleinen Gruppe von Vögeln, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa gebracht wurden. Aus dieser winzigen Gründerpopulation entstand über Jahrzehnte ein koordiniertes Zuchtprogramm, das die genetische Vielfalt bewahrte.

Die Rückkehr ist kein einfaches Aussetzen, sondern ein mehrstufiger Prozess. Zunächst durchlaufen die Fasane eine Eingewöhnungsphase in Vietnam, in der sie sich an das lokale Klima anpassen und Paare bilden sollen. Erst wenn dort eine stabile, nachwuchsfähige Population entstanden ist, werden die Tiere in geschützte Waldgebiete entlassen. Parallel dazu arbeiten Naturschutzteams vor Ort daran, die Lebensräume zu sichern und Bedrohungen wie Wilderei zu reduzieren. „Für Vietnam ist die Wiederansiedlung des Fasans mehr als die Rückkehr einer Art“, sagt Pham Tuan Anh, Direktor des Viet Nature Conservation Center. „Es ist unser Stolz und unsere Verantwortung, unser Naturerbe zu schützen.“

Das Projekt zeigt, wie langfristige Zuchtprogramme und internationale Kooperation Arten retten können, die in freier Wildbahn bereits als ausgestorben galten. Der Europäische Ex-situ-Programm (EEP) koordiniert die genetische Gesundheit von 500 Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind. „Die koordinierte Verwaltung der europäischen Population war entscheidend für diesen Moment“, sagt Veronika Zahradníčková, EEP-Koordinatorin im Prager Zoo. „Durch sorgfältige Zucht und genetische Planung konnten wir eine gesunde Population erhalten. Nun einen Beitrag zur Wiederansiedlung zu leisten, ist ein bedeutender Meilenstein.“

Die Rückkehr des Vietnam-Fasans ist ein seltenes Beispiel dafür, dass ein Verlust, der einst endgültig schien, rückgängig gemacht werden kann. Sie unterstreicht die Rolle von Zoos als moderne Arche Noah und die Notwendigkeit globaler Zusammenarbeit im Artenschutz. Für die Wälder Zentralvietnams bedeutet die Ankunft der Fasane nicht nur die Rückkehr einer eleganten Vogelart, sondern ein Zeichen der Hoffnung für das gesamte Ökosystem.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor, eine Tierart kehrt nach 20 Jahren zurück – der Vietnam-Fasan ist wieder da!"

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