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Weintrinker zahlen mehr für klimasicheren Wein

Studie: Konsumenten akzeptieren Aufpreis für Anpassungen wie Schattentücher oder neue Rebsorten.

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Studie: Konsumenten akzeptieren Aufpreis für Anpassungen wie Schattentücher oder neue Rebsorten.

Der Klimawandel macht auch vor dem Weinbau nicht halt. In Chile zwingt eine anhaltende Dürre die Winzer dazu, ihre Bewässerungssysteme zu überdenken. In Kalifornien leiden die Trauben nicht nur unter Waldbränden, sondern auch unter dem Rauch, der den Geschmack verändern kann. Und in der französischen Champagne beeinflussen strenge Fröste die Säure und das Aroma der Trauben – auch wenn manche Winzer beginnen, diese Veränderungen zu nutzen.

Eine neue Studie der Cornell University hat nun drei Anpassungsstrategien für Weinbauern untersucht: die Installation von Schattentüchern, um die Trauben vor der Sonne zu schützen; den Anbau neuer, hitzeresistenterer Rebsorten; oder die Verlagerung des Weinbergs in kühlere Klimazonen. Die Forscher befragten 300 Weintrinker und fanden heraus, dass diese bereit sind, für alle drei Varianten einen Aufpreis zu zahlen – selbst wenn dadurch der prestigeträchtige Name einer Herkunftsregion wie des kalifornischen Napa Valley verloren geht.

„Ein Winzer kann alle Veränderungen der Welt vornehmen – aber wenn sie bei den Verbrauchern nicht ankommen, ist alles umsonst“, sagt Alex Susskind, Co-Autor der Studie und Professor für Gastronomiemanagement an der Cornell University. Das Problem: Nur zwei der drei Strategien sind für den Kunden überhaupt sichtbar. Schattentücher etwa fallen kaum auf, es sei denn, sie werden auf dem Etikett erwähnt. Wechselt ein Winzer dagegen von Cabernet Sauvignon auf Carignane oder verlegt seinen Betrieb von Napa Valley ins benachbarte Lake County, merkt der Kunde das sofort.

Die Studie hat Grenzen: Sie betrachtet nur Anpassungsstrategien, nicht Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels selbst. Zudem waren die Befragten überwiegend unter 40, collegegebildet und gaben an, auf Umweltlabels zu achten – eine Gruppe, die nicht repräsentativ für alle Weintrinker ist. Auch ein Neuheitseffekt könnte eine Rolle spielen: Mit der Zeit könnte die Zahlungsbereitschaft nachlassen.

Dennoch zeigen sich Branchenkenner optimistisch. „Die Ökonomie der Klimaanpassung im Weinbau ist schlecht dokumentiert“, sagt Jimena Balic, eine chilenische Weinbauforscherin. „Dass nun konkrete Zahlen vorliegen, ist genau die Art von Evidenz, die Winzer brauchen.“ Sie glaubt, dass Winzer eher in einzelne Maßnahmen investieren werden – etwa neue Rebsorten auf einem Teil des Landes und Schattentücher auf einem anderen. Auch Greg Jones, ein Weinklimatologe und Winzer aus Oregon, zeigt sich ermutigt: „Die Forschung sagt etwas Wichtiges: Die Leute wären bereit, mehr zu zahlen.“ Er hofft auf weitere Studien zu Anpassung und Verbraucherpräferenzen.

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