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Weltkarte der Pilznetzwerke erstellt

Forschende kartieren erstmals die unterirdischen Pilzfäden, die jährlich 4 Milliarden Tonnen CO₂ binden.

Unter unseren Füßen erstreckt sich ein Netzwerk, das so gigantisch ist, dass es kaum vorstellbar ist: feinste Pilzfäden, die den gesamten Planeten durchziehen. Diese sogenannten Mykorrhiza-Pilze gehen eine Symbiose mit etwa 70 Prozent aller Landpflanzen ein – sie dringen in die Wurzelzellen ein und tauschen Nährstoffe gegen Zucker. Doch dieses unterirdische Geflecht ist nicht nur für das Überleben unzähliger Pflanzenarten entscheidend. Es spielt auch eine zentrale Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf, denn die Pilze entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid und speichern den Kohlenstoff dauerhaft im Boden.

Bislang wusste die Wissenschaft jedoch kaum, wo diese Pilznetzwerke besonders dicht wachsen. Ein internationales Forscherkonsortium namens „Society for the Protection of Underground Networks“ hat das nun geändert. Die Fachleute analysierten mehr als 16.000 Bodenproben aus aller Welt und speisten die Daten in ein Modell ein, das die globale Verteilung der Mykorrhiza vorhersagt. Das Ergebnis ist eine detaillierte Karte der unterirdischen Pilz-Hotspots.

Die dichtesten Netzwerke finden sich demnach in den Schwemmgebieten des Südsudan, in den Everglades in Florida und im tibetischen Hochland. In Europa sind Schottland und Nordirland besonders reich an den symbiotischen Pilzen. Insgesamt schätzen die Forschenden die Länge aller Pilzfäden auf mehr als 100 Billiarden Kilometer – genug, um fast 500 Millionen Mal von der Erde zur Sonne und zurück zu reichen.

Die Bedeutung dieser Entdeckung geht weit über die reine Kartierung hinaus. Die Pilznetzwerke binden schätzungsweise vier Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr – das entspricht knapp elf Prozent aller menschengemachten Kohlendioxid-Emissionen. Damit sind sie ein natürlicher Klimaschützer von enormem Ausmaß. Die neue Karte hilft nun, diese Ökosysteme gezielt zu schützen und zu erhalten, denn wo die Pilze besonders dicht wachsen, ist der Boden besonders wertvoll für den Klimaschutz.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Unter der Erde liegt ein Pilznetzwerk, das jedes Jahr 4 Milliarden Tonnen CO₂ bindet – und jetzt haben wir endlich eine Karte davon."

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