WHO-Staaten beschließen neue Strategie gegen Tuberkulose
Post-2030-Plan soll globale TB-Bekämpfung neu ausrichten

Hintergrund
Tuberkulose (TB) bleibt eine der weltweit führenden infektiösen Todesursachen. Zwischen 2000 und 2024 konnten durch erweiterte Behandlungen schätzungsweise 83 Millionen Menschenleben gerettet werden. Dennoch liegen die globalen Ziele der aktuellen End-TB-Strategie und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung weiterhin hinter dem Zeitplan zurück. Ursachen sind chronische Unterfinanzierung, pandemiebedingte Störungen, Ungleichheit, Konflikte und klimabedingte Vertreibungen.
Was ist passiert
Die 79. Weltgesundheitsversammlung hat am 21. Mai 2026 eine Entscheidung gebilligt, die den Generaldirektor der WHO auffordert, eine Post-2030-Tuberkulosestrategie zu entwickeln. Diese soll in Konsultation mit den Mitgliedstaaten und relevanten Interessengruppen erstellt und der 81. Weltgesundheitsversammlung im Jahr 2028 vorgelegt werden. Die neue Strategie wird die künftige globale TB-Reaktion leiten und dabei wissenschaftliche Fortschritte sowie aktuelle epidemiologische Trends berücksichtigen.
Warum das wichtig ist
Die Entscheidung markiert einen strukturellen Wandel in der globalen Gesundheitspolitik. Die neue Strategie soll eine starke Ausrichtung auf die primäre Gesundheitsversorgung, die Förderung der allgemeinen Gesundheitsversorgung und die globale Gesundheitsagenda sicherstellen. Sie bereitet zudem das Hochrangige Treffen der Vereinten Nationen zu TB im Jahr 2028 vor. Dies ist ein konkreter Schritt, um die chronische Unterfinanzierung und die systemischen Schwächen zu adressieren, die die TB-Bekämpfung behindern.
Ausblick
Die Entwicklung der Post-2030-Strategie wird in den nächsten zwei Jahren intensiv vorangetrieben. Die WHO wird dabei technische Unterstützung leisten und die Zusammenarbeit mit Partnern stärken. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, ihre nationalen TB-Programme anzupassen und in die neue Strategie zu integrieren. Der Erfolg wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die Finanzierungslücken zu schließen und die gesundheitlichen Ungleichheiten zu verringern.
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