Erstes Medikament gegen Ursache von Narkolepsie zugelassen
US-Behörde FDA genehmigt Mittel, das den fehlenden Botenstoff Orexin nachahmt und so die Krankheitsursache behandelt.

Menschen mit Narkolepsie Typ 1 erleben Momente, in denen sie plötzlich einschlafen, mitten im Gespräch, beim Autofahren, und manchmal erschlaffen ihre Muskeln, wenn sie lachen oder erschrecken. Ursache ist der Verlust von Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Orexin produzieren, der den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Bisher konnten Ärzte nur die Symptome lindern, nicht die Ursache beheben. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat nun ein Medikament zugelassen, das genau diese Ursache angeht: Es ahmt die Wirkung von Orexin im Gehirn nach. Das Mittel heißt Orzeyful und wurde vom japanischen Pharmaunternehmen Takeda entwickelt. „Menschen mit Narkolepsie Typ 1 mussten viel zu lange eine komplexe, lebenslange Erkrankung mit Behandlungen bewältigen, die immer nur einzelne Symptome abdeckten“, sagte Tiffany Farchione, Leiterin der Psychiatrie-Abteilung der FDA, bei der Zulassung Anfang August. „Dieses Medikament ist das erste, das die zugrunde liegende Biologie der Krankheit beeinflusst.“ In einer klinischen Studie mit 273 Patienten, die das Medikament zwölf Wochen lang zweimal täglich einnahmen, blieben die Teilnehmer tagsüber länger wach und schliefen nachts besser als unter einem Placebo. Häufigste Nebenwirkungen waren vermehrter Harndrang und, passenderweise, Schlaflosigkeit, die Studienautoren stuften sie als selten und moderat ein. Für die rund 120.000 Betroffenen in den USA ist es der erste Wirkstoff einer neuen Medikamentenklasse. Da Orexin auch bei anderen neurologischen Erkrankungen wie ADHS und Parkinson eine Rolle spielt, sehen Forscher die Zulassung als Ausgangspunkt für weitere Studien.
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„120.000 Amerikanern fehlt ein Botenstoff. Jetzt gibt es Ersatz"
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