Frau sieht nach weltweit erster Netzhaut-Transplantation wieder
Ärzte in Turin verpflanzten erstmals die komplette Makula eines Auges ins andere, die Patientin erkennt nun wieder Sohn und Hund.

Ein Autounfall zerstörte Elenas Sehkraft auf beide Arten, die es gibt. Auf dem linken Auge durchtrennte der Aufprall den Sehnerv vollständig, jene Leitung, die Lichtsignale an das Gehirn weitergibt. Das übrige Gewebe blieb dabei erhalten. Auf dem rechten Auge war es umgekehrt: Der Sehnerv blieb intakt, doch Netzhaut, Hornhaut und die Stammzellen der Augenoberfläche waren zerstört. Für sich genommen war keines der beiden Augen zu retten.
Was blieb, reichte in der Summe für ein funktionierendes Auge, wenn man die gesunden Teile zusammenführte. Genau das hat ein Team um den Augenchirurgen Michele Reibaldi am Turiner Molinette-Krankenhaus getan. In einer sechsstündigen Operation verpflanzte das Team Hornhaut, Lederhaut und die komplette Makula, den Bereich der Netzhaut für scharfes Sehen, vom linken auf das rechte Auge. Eine Makula-Transplantation dieser Art hatte vorher noch niemand durchgeführt.
Elena erlangte nach dem Eingriff sofort so viel Sehkraft zurück, dass sie ihren Sohn und ihren Hund Joe erkennen konnte. Ob die transplantierte Netzhaut auf Dauer mit dem Sehnerv zusammenarbeitet, prüft das Team in den kommenden Monaten. Reibaldi selbst nennt den Eingriff eine neue Grenze der Augenchirurgie.
Für Menschen, die durch Unfälle oder Krankheiten wie eine altersbedingte Makuladegeneration ihre Sehkraft verlieren, war eine Netzhaut-Transplantation bislang keine Option. Turin hat bewiesen: Ein Teil davon ist jetzt möglich.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Nach der OP erkannte sie als Erstes ihren Hund Joe"
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