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gesundheit Vereinigte Staaten · US

Passende Mahlzeiten auf Rezept machen Kranke messbar gesünder

In Massachusetts bekommen chronisch Kranke ärztlich abgestimmte Mahlzeiten geliefert — eine Studie zeigt jetzt deutliche Verbesserungen.

Es ist einer der ältesten Sätze der Medizin und einer der am seltensten umgesetzten: dass Essen ein Teil der Behandlung ist. In den USA wird er gerade überprüft — mit Zahlen.

Rund ein Dutzend US-Bundesstaaten bietet Menschen, die über das staatliche Gesundheitsprogramm Medicaid versichert sind, sogenannte medizinisch abgestimmte Mahlzeiten an. Gemeint sind fertig zubereitete Gerichte, die nach Hause geliefert und von einer Ernährungsfachkraft individuell auf eine Erkrankung zugeschnitten werden — etwa auf Diabetes, Herzschwäche oder chronisches Nierenversagen.

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass solche Programme die Gesundheit der Teilnehmenden deutlich verbessern.

Massachusetts war der erste Bundesstaat, der solche Mahlzeiten breit für Medicaid-Versicherte mit ernährungsbedingten Erkrankungen anbot. Genau deshalb konzentrierten Forschende der Tufts University, der University of Massachusetts Chan Medical School und weiterer Einrichtungen ihre Untersuchung auf diesen Staat. Sie fanden, dass Medicaid-Versicherte in Massachusetts, die solche Mahlzeiten erhielten, gesundheitlich messbar besser dastanden.

Die Idee gehört zu einer größeren Bewegung, die im Englischen unter dem Schlagwort food is medicine läuft — Ernährung als Mittel, um chronische Krankheiten zu verhindern und zu behandeln, statt sie nur medikamentös zu verwalten.

Diese Bewegung hat in den vergangenen Jahren an Fahrt gewonnen, auch politisch. Robert F. Kennedy Jr., Gesundheitsminister der Vereinigten Staaten, hat das Konzept wiederholt unterstützt und auf das Potenzial verwiesen, die Gesundheit zu verbessern und zugleich Kosten im Gesundheitswesen zu senken.

Dass die politische Rückendeckung allein noch keine Qualität garantiert, zeigte allerdings ein Vorfall im vergangenen Jahr: Kennedy geriet in die Kritik, nachdem er ein Unternehmen gelobt hatte, das solche Mahlzeiten für Medicaid- und Medicare-Versicherte herstellt. Die Nachrichtenagentur Associated Press sah sich das Angebot an und fand auf der Speisekarte genau jene hochverarbeiteten, salz- und zuckerreichen Produkte, die Kennedy sonst kritisiert.

Das ist die eigentliche Schwachstelle des Ansatzes — und zugleich der Grund, warum die Studie zählt. Sie misst nicht die Idee, sondern ein konkretes, über Jahre laufendes Programm eines Bundesstaats.

Für Gesundheitssysteme ist das eine ungewöhnlich pragmatische Aussicht. Anders als bei einem neuen Wirkstoff braucht es hier keine Zulassung und keine Jahre der Entwicklung. Es braucht eine Küche, eine Ernährungsfachkraft und eine Lieferadresse.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„In Massachusetts liefert das Gesundheitssystem chronisch Kranken Mahlzeiten, die auf ihre Krankheit zugeschnitten sind. Eine Studie zeigt jetzt: Ihnen geht es messbar besser. Ganz ohne neues Medikament."

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