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Verkehrstote weltweit sinken trotz mehr Autos

21 Prozent weniger Verkehrstote seit 2011 – obwohl über eine Milliarde neue Fahrzeuge dazukamen.

20. Juli 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: WHO News

Mehr Fahrzeuge bedeuten eigentlich mehr Risiko: Je mehr Autos, Motorräder und Lastwagen unterwegs sind, desto mehr Menschen sterben normalerweise im Straßenverkehr – wenn sich an Straßen, Gesetzen und Fahrzeugen nichts ändert. Genau das ist jedoch nicht eingetreten. Nach neuen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sank die weltweite Rate der Verkehrstoten zwischen 2011 und 2025 um 21 Prozent – obwohl in diesem Zeitraum mehr als eine Milliarde zusätzliche Fahrzeuge auf die Straßen kamen.

Ein wichtiger Treiber der Entwicklung war der Boom von Lieferdiensten und Fahrdienst-Apps: Dadurch verdreifachte sich die Zahl der Motorräder weltweit. Menschen auf Motorrädern machen inzwischen fast ein Drittel aller Verkehrstoten aus. Ein funktionierender Helm senkt das Sterberisiko bei einem Unfall um mehr als das Sechsfache, wie die WHO betont.

Trotz des Fortschritts bleibt die Lage ernst: 2025 starben weltweit noch 1,16 Millionen Menschen im Straßenverkehr. Für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 29 Jahren ist ein Verkehrsunfall weiterhin die häufigste Todesursache überhaupt. Mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten sind Menschen, die gar nicht im Auto saßen, sondern zu Fuß, mit dem Rad oder dem Motorrad unterwegs waren.

Die Fortschritte verteilen sich zudem sehr ungleich: Während die Zahl der Verkehrstoten in der WHO-Region Europa um 36 Prozent sank, waren es im westlichen Pazifikraum 15 Prozent und in Südostasien nur 2 Prozent. In Nord- und Südamerika blieb die Rate praktisch unverändert, in der afrikanischen WHO-Region stieg sie sogar um 17 Prozent.

Vor diesem Hintergrund haben die Vereinten Nationen nun eine neue politische Erklärung zur Verkehrssicherheit verabschiedet. Sie soll helfen, das Ziel zu erreichen, Verkehrstote und schwere Verletzungen bis 2030 gegenüber 2021 zu halbieren. Die Erklärung verpflichtet die Mitgliedsstaaten unter anderem dazu, nationale Verkehrssicherheitsstrategien mit klaren Zielen, Zeitplänen und Budgets aufzustellen, Daten besser zu erfassen und Sicherheitsstandards für Straßen und Fahrzeuge konsequent durchzusetzen.

Im Zentrum steht dabei der sogenannte Safe-System-Ansatz: Er geht davon aus, dass Menschen im Straßenverkehr immer wieder Fehler machen werden – und dass Straßen, Fahrzeuge und Tempolimits deshalb so gestaltet sein müssen, dass ein Unfall nicht automatisch tödlich endet. „Wenn Straßen nur für Autofahrer geplant werden, sind alle anderen gefährlich exponiert“, sagte Etienne Krug, Direktor der zuständigen WHO-Abteilung.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte die bisherige Entwicklung ermutigend: Sie zeige, dass Veränderung möglich sei, wenn Länder in sichere Verkehrssysteme investierten. Gleichzeitig betonte er, jeder Verkehrstod sei vermeidbar – und keiner hinnehmbar. Weil inzwischen fast 60 Prozent der Menschen weltweit in Städten leben, wird sicherer und für alle zugänglicher Verkehr in den kommenden Jahren noch wichtiger.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Weltweit gibt es heute eine Milliarde mehr Autos – trotzdem sterben anteilig 21 Prozent weniger Menschen im Verkehr als 2011."

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